Tiergestützte Pädagogik und Tierheimpatenschaft

Seit 2008, mit der Durchführung des Projektes „Haben Hunde Rechte?“ und dem damit verbundenen Gewinn des 1. Hessischen Tierschutzpreises 2009 besteht eine dauerhafte Zusammenarbeit mit dem Tierheim Gießen. Die Waldschulkinder übernhemen eine Patenschaft für einen zumeist schwer vermittelbaren Hund. Im Rahmen von Monatsfeiern finden Besuche des Patenhundes statt, bei denen Kindern die Bedeutung der Tierheimarbeit und des Tierschutzes vermittelt wird. Seitdem viele Schülerinnen und Schüler eine Patenschaft für einen Tierheimbewohner übernommen haben entwickelte sich die Waldschule zu einem wahren Glücksbringer, denn alle bisherigen Patenhund konnten schnell vermittelt werden – manchmal sogar so schnell, dass der Patenhund uns gar nicht in der Schule besuchen kommen konnte.

 

28. 03. 2011

Tafel_TierschutzDie Waldschule spendete 500,- € für den Gießener Tierschutzverein! 2009 gewann das Schulprojekt „Haben Hunde Rechte?“ den ersten Schultierschutzpreis des hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Ein Teil des damit verbundenen Geldpreises spendeten jetzt Kinder und Eltern der Waldschule an das Gießener Tierheim und ermöglichten den Bau eines neuen Hundehauses.

PreisverleihungWaldschule erhält ersten Hessischen Schulpreis für den Tierschutz

Am 30. September 2009 wurde die Waldschule mit 5000,- € Preisgeld für ein u.a. vom Tierschutzverein Hessen ausgeschriebenes Projekt ausgezeichnet. Über diese besondere Auszeichnung freuten sich die Kinder der Waldschule mit Projektleiterin und Schulleiterin Claudia Schmidt.

 

„Haben Hunde Rechte?“

Schüler sollen sich mit der artgerechten Haltung sowie dem richtigen Umgang mit Tieren auseinandersetzen und das Thema künstlerisch umsetzen, sagte Umweltministerin Lautenschläger. Nach Auffassung der Ministerin leistet Tierschutz im Unterricht einen wichtigen Beitrag zu einer „mitfühlenden und verantwortungsvollen Lebenshaltung“.

TierheimGenau hier setzte die Schulleiterin und Leiterin des Projekts „Haben Hunde Rechte?“, Claudia Schmidt, mit ihrer Arbeitsgruppe an. Im Rahmen der Umwelt- und Naturwoche näherten sich die neun Kinder aus allen vier Jahrgängen gemeinsam mit ihr dem Tierschutzthema. Neben Fragen zur artgerechten Haltung von Haustieren beschäftigten sich die Kinder unter philosophisch-ethischen Aspekten mit der Frage „Ist der Mensch die Krone der Schöpfung und das Tier seinen Zwecken untergeordnet?“
Zur Erarbeitung des Themas und Hinführung auf eine Präsentation dienten Besuche in der Hundeschule „Fit for Familiy“ in Allendorf/Lumda, Interviews mit einer Tierärztin, einer zuständigen Mitarbeiterin vom Ordnungsamt und unterschiedliche Arbeitsmaterialien, die während der Projektwoche zusammengesucht wurden. Schließlich konnten die Kinder mit ihrer Lehrerin die gewonnenen Kenntnisse in Form einer Ausstellungstafel im Foyer der Stadtverwaltung Staufenberg der Öffentlichkeit präsentieren.

Die Arbeit hat sich gelohnt – und wurde belohnt. Die Arbeitsgruppe der kleinen Grundschule in Daubringen errang mit ihrem Beitrag zum Wettbewerb einen der drei zu vergebenden Preise!
Die Freude war groß und der Nutzen wird es ebenfalls sein. Ganz kurz nach der Auszeichnung und feierlichen Verleihung der Preisurkunde im hessischen Landtag in Wiesbaden stand eines schon fest: Wir übernehmen von einem Teil des Preisgeldes die Patenschaft für einen Hund im Tierheim.

 

Um den Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Tieren zu vermitteln sowie sie in ihren sozialen Kompetenzen zu stärken, setzen wir bei unserer pädagogischen Arbeit Hunde ein. Zur Zeit sind das die Labradorhündin Ronja von Frau Fuhrmann und der Canilorüde Willi von Frau Beez. Sie besuchen die Schule an ein bis zwei Tagen die Woche.

Ziele dieser Tiergestützten Pädagogik in unserer Schule sind unter anderem:

  • Verbesserung des Lernklimas
  • Rücksichtnahme auf Bedürfnisse anderer Lebewesen fördern
  • Strukturen, Grenzen und Regeln einhalten
  • Stärkung des Selbstbewusstseins und Selbstvertrauens
  • Verbesserung des Lern- und Arbeitsverhaltens
  • Senkung der Lautstärke
  • Angst- und Stressreduktion
  • Freude am Schulalltag, Steigerung der Lernmotivation und Konzentration

Bereits in den Klassen 1/2 nehmen die Kinder an der Waldschule den ersten Kontakt mit den Schulhunden auf. In der verpflichtenden Hunde-AG, die jeweils im 2. Schuljahr stattfindet, lernen die Kinder in Kleingruppen weiterführende Regeln im Umgang mit dem Hund. Außerdem werden ind der Hunde-AG folgende Schwerpunkte vermittelt:

  • Abstammung des Hundes
  • Pflege und Ernährung des Hundes
  • Körperteile benennen
  • Körpersprache der Hunde
  • Rassen und Besonderheiten
  • Hunde als Helfer (Blindenhunde, Rettungshunde,…)
  • Hygiene im Umgang mit dem Hund

Auch in den Klassen 3/4 unterstützt der Hund Willi 1-2 mal in der Woche die Kinder beim Lernen. Es gibt in den Klassen einen Hundedienst und Kinder können mit dem Hund die Befehle „Sitz“, „Platz“, „Pfötchen“ und „Stups“ üben. Je nach Situation und tagesabhängigen Bedingungen wird an den Hundetagen auch ein Unterrichtsgang in den Wald unternommen. Die Kinder üben den Hund zu führen und entsprechende Kommandos zu geben.

Im alltäglichen Miteinander sorgen die Schulhunde auch in der Elternschaft für Freude und Aufgeschlossenheit. In den Konferenzen tragen Ronja und Willi zu einer angenehmen Arbeitsathmosphäre bei.

Die Grundvoraussetzungen unserer Schulhunde sind ein überwiegend menschenorientiertes Wesen, Belastbarkeit und Freundlichkeit. Sie müssen aggressionsfrei, gut sozialisiert und ausgebildet sein. Die jeweilige Lehrperson trägt Verantwortung für die medizinische Gesunderhaltung des Hundes und versorgt ihn adäquat. Außerdem wird darauf geachtet, dass der Schulhund nicht überfordert wird.

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